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Versorgungsausgleich bei späterem Versterben des geschiedenen Ex-Partners

Juli 2011

Bei Scheidung einer Ehe wird in der Regel von Amts wegen der Versorgungsausgleich durchgeführt. Seit der Gesetzesreform im Jahre 2009 geschieht dies so, dass jeder Ehegatte 50 % aller seiner in der Ehezeit erworbenen Anwartschaften an den Anderen abgeben muss, d.h. es findet keine Verrechnung mehr statt. Im Normalfall ist also jeder Ehegatte sowohl Abgebender als auch Empfänger von Rentenanwartschaften.

Verstirbt ein Geschiedener weniger als 36 Monate nach Beginn seiner Rente, kann sein Ex-Gatte gem. § 37 VersAusglG sich die abgetretenen Rentenanwartschaften ungekürzt zurückholen, allerdings verliert er dann auch die Anwartschaften, die er erhalten hat.

Vor der Reform des Versorgungsausgleichs war es nur binnen 24 Monaten nach Rentenbeginn möglich, die Rentenanwartschaften zurückzuholen.

Den entsprechenden Antrag muss die ursprünglich ausgleichspflichtige Person beim Versorgungsträger, bei dem ihr gekürztes Anrecht besteht, stellen. Sie muss aber auch die anderen Versorgungsträger, bei denen sie weitere Anrechte der verstorbenen ausgleichsberechtigten Person augrund des Versorgungsausgleichs erworben hat, unverzüglich über die Antragstellung unterrichten. Aus dem Scheidungsbeschluss kann man immer ablesen, welche Rententräger involviert waren.

Es sollte also auf jeden Fall vorerst geprüft werden, ob man bei der Scheidung überhaupt mehr abgegeben hat, als man empfangen hat.