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Neues im Unterhaltsrecht – Änderung der Düsseldorfer Tabelle zum 1.1.11

Januar 2011

Zum 1. Januar 2011 wurde die „Düsseldorfer Tabelle“, das maßgebliche Rechenwerk zur Ermittlung von Ansprüchen auf Kindesunterhalt, geändert.

Zwar blieben die bisherigen Bedarfssätze, die sich einerseits aus dem Alter des Kindes, andererseits aus dem Nettoeikommen des Unterhaltspflichtigen ableiten, unverändert.

So beträgt der Mindestanspruch eines Kindes vor seinem 6. Geburtstag noch immer 225,00 €, danach bis zum 12. Geburtstag 272,00 € und später dann bis zur Volljährigkeit 334,00 €, wobei jeweils das halbe Kindergeld bereits abgezogen ist.

Die Verfasser der Düsseldorfer Tabelle haben aber die Selbstbehaltssätze der Unterhaltspflichtigen Elternteile angepasst und auch die pauschalen Bedarfssätze für volljährige Kinder mit eigenem Hausstand angehoben.

Der Betrag, der einem erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen gegenüber seinem unter 21 Jahre alten Kind während dessen allgemeiner Schulausbildung auf jeden Fall verbleiben muss, beträgt jetzt 950,00 € (vorher 900,00 €). Ist der Unterhaltsschuldner nicht erwerbstätig, d.h. verrentet oder arbeitslos, beträgt der Selbstbehalt aber weiterhin nur 770,00 €.

Gegenüber allen anderen Kindern, d.h. Azubis, Studenten, behinderten volljährigen Kindern , kann der Unterhaltspflichtige jetzt einen Selbstbehalt von 1.150,00 € geltend machen (früher 1.100,00 €).

Geht es um Ehegattenunterhalt oder um den Unterhaltsanspruch der Mutter/des Vaters eines nichtehelichen Kindes, beträgt der Selbstbehalt 1.050,00 € (früher 1.000,00 €).

Verlangen die eigenen Eltern Unterhalt, müssen dem Unterhaltsschuldner mindestens 1.500,00 € für sich selbst verbleiben (früher 1.400,00 €).

Der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern wohnt, wurde von 640,00 € auf 670,00 € angehoben. Darin sind Kosten für Warmmiete von 280,00 € enthalten (früher 270,00 €). Ist also eine höhere Warmmiete unvermeidbar, was in Städten mit hohen Lebenshaltungskosten durchaus der Fall sein kann, so kann auch ein höherer Pauschalbedarf geltend gemacht werden.

Studiengebühren und Kosten der Krankenversicherung sind übrigens nicht in den Sätzen der Düsseldorfer Tabelle enthalten und können zusätzlich geltend gemacht werden.